KARSTSENKEN

In der Region von Biržai können die einem Feind gewidmeten Wörter „Die Erde soll dich verschlingen!“ wortwörtlich in Erfüllung gehen... Wenn das Grundwasser in den Tiefen die löslichen Lagerstätten des Gipses, Kalksteins, Dolomits und der Kreide oder des Salzes auswäscht, stürzt die Erde ein – es entstehen Karstsenken, sogenannte Dolinen. Von ihnen werden im Kreis Biržai schon etwa 9.000 gezählt und es werden ständig mehr.

 

 Das Landschaftsschutzgebiet von Karajimiškis befindet sich etwa 3 km westlich von Biržai. In den Feldern des Schutzgebietes ist die Dichte der Karstsenken am höchsten (über 200 St./km²). Hier befindet sich auch die bekannteste und größte Doline – die „Kuhhöhle“ (lit. Karvės ola). Die „Kuhhöhle“ ist eine fast runde, trichterförmige Doline. Die Speläologen vermuten, dass sie etwa 200 Jahre alt ist. Ihr Durchmesser beträgt 10–12 m, die Tiefe – etwa 12,6 m. Auf dem Boden der Höhle gibt es ein offenes Loch. Auf dem Boden der 9 m tiefen Doline befinden sich 5 Abzweigungen – Šlapioji ola (Die feuchte Höhle), Siauroji landa (Das schmale Loch), Šikšnosparnių landa (Das Loch der Fledermäuse), Rupūžės ola (Die Höhle der Kröte) –  und ein 1,5 m tiefer, kleiner unterirdischer See. Die „Kuhhöhle“ ist immer noch aktiv: ihre Parameter, die Länge der Abzweigungen, die Form der Doline und andere Leerräume verändern sich.

Man sagt, dass einmal an diesem Ort eine Kuh eingestürzt sei – neben der Höhle sei nur das Kettenende geblieben. In dem Landschaftsschutzgebiet von Karajimiškis, in dem es die „Kuhhöhle“ gibt, kann man weitere bekannte Senken finden, z. B. die Senken „Geologų“ (Geologensenke), „Lapės ola“ (Fuchsbau), „Ievos“ (Evasenke), „Velykų“ (Ostersenke).

 

 Das Landschaftsschutzgebiet von Kirki (1137 ha) ist eine Fläche des aktiven Oberflächen-Karsts. Hier kann man die Seenplatte von Kirkilų (8 km nordwestlich von Biržai) sehen. Sehr viele Einsturzstellen befinden sich unter dem Grundwasserstand und haben deswegen kleine Seen gebildet. Die Seenplatte besteht aus über 30 miteinander verbundenen kleinen Seen, die sich über eine Fläche von über 4 ha erstrecken. Der nördlichste davon – Lydžio duobė (Loch des Hechts) – der sich 1915 öffnete, ist nur 50 m lang, aber stellenweise 11 m tief.

Diese Karstseen sind einzigartig und anziehend durch ihre gewundenen Ufer, malerischen Halbinseln, Landengen, Buchten und Inseln. Die Seenplatte von Kirkilų ist ein einzigartiges Landschaftselement, das einzige seiner Art im Baltikum. In den Seen stößt man auch auf große Süßwasserfische, wie zum Beispiel Kabeljau. Man vermutet, dass sie durch unterirdische Kanäle von den Flüssen in die Seen gelangen.

 Regionalpark von Biržai: www.birzuparkas.lt

 

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