GUTSHOF ASTRAVAS

Adresse: Astravas

 Astravas ist ein Teil der Stadt Biržai auf dem nördlichen Ufer des Širvėnos Sees, neben dem Fluss Apaščia. 1811 verkaufte der Fürst Dominykas Radvila die Ländereien von Biržai an den Graf Mykolas Tiškevičius, aber erst 1844 – nach langen Streitereien vor Gericht – wurde der Kauf den Tiškevičius zugesprochen. Diese bauten die zerstörte Festung nicht wieder auf und gründeten auf dem anderen Ufer des Širvėnos Sees ihre Residenz. 1862 bauten die Grafen in Astravas ein zweistöckiges Herrenhaus mit einem Belvedereturm. Der im Stil der italienischen Villen erbaute Palast ist eines der schönsten Herrenhäuser der Romantik in Litauen. Im Schloss befand sich ein Teil des Archivs der Familien Tiškevičius und Radvila, eine Bibliothek, in der es Bücher aus dem 15–17 Jh. gab. Ende des 19 Jh.–Anfang des 20 Jh. wurden die Archäologie-, Ethnographie- und Kunstkollektionen nach Vilnius und Paris gebracht. Abgesehen vom Herrenhaus, bestand der Gutskomplex aus den Pferdeställen, dem Häuschen des Hundepflegers, der Mühle, den Wirtschaftsgebäuden, der Damm-Brücke. Das Herrenhaus war von einem gemütlichen Park mit Teichen umgeben. 1860 wurde die Damm-Brücke erbaut, die bis 1986 die Gewässer des Širvėnos Sees aufgestaut hat. An dem Eingang standen zwei aus Sankt Petersburg angelieferte, aus Metall gegossene Löwen, die ab 1938 als Geschenk in dem Garten des Vytautas-der-Große-Kriegsmuseums in Kaunas zu sehen waren. Der Gutshof Astravas wird jetzt von Zementkopien dieser Löwen geschmückt.

Im Gutshof Astravas wurde 1924 eine Molkerei gegründet, später eine Wergsäcke- und Bindfadenfabrik und 1930 die Leinenfabrik „Siūlas“, die auch jetzt noch dort arbeitet. 1956–1965 wurde das Herrenhaus von Astravas restauriert, ein Teil des Parks wurde aufgeräumt, 1987 wurde die Fußgängerbrücke über den See wiederaufgebaut, die das Herrenhaus mit der Stadt Biržai verbindet.

 


 

Zurück